Die Justiz im Bundesland Salzburg

LG-Sprengel Landesgericht  -  Bezirksgerichte  -  Gemeindeverzeichnis  -  Justitia  -  Aktuelles  -  SVJ  -  Offenlegung

Justitia als Symbol der Gerechtigkeit

home

Justitia (Gerechtigkeit) ist eine der vier Kardinaltugenden.
Die anderen drei heißen

  • Temperantia (Mäßigkeit)
  • Fortitudo (Stärke) und
  • Prudentia (Klugheit).

Diese vier Tugenden gehen auf die „Politeia" des Plato zurück und standen im Christentum den drei geistlichen Tugenden Fides (Glaube), Caritas (Liebe) und Spes (Hoffnung) zur Seite.

Im römischen Rechtsdenken verkörpert die Frauenfigur Justitia die Erhaltung und Bewahrung des strengen, postiven Rechts. Sie wird dabei meist als Matrone mit Szepter und Opferschale dargestellt oder als sitzende Frau, in der rechten Hand mit langem Stab, in der linken den Palmzweig haltend. Im germanischen Denken gab es keine Personifikation der Gerechtigkeit, jedoch viele Symbole für Gerechtigkeit wie das Schwert, das in vielen Rechtsangelegenheiten auch symbolisch Verwendung fand.

 

 

 

Zur Ausformung des gängigen Typus der Justitia mit den Attributen Schwert und Waage kam es im Spätmittelalter. Ab dem 15. Jahrhundert standen Darstellungen der Justitia in deutschen Städten vermehrt mit dem Rathaus als Rechtsträger in Verbindung. Die Justitia über dem Portal des Salzburger Rathauses wurde vom Bildhauer Hans Waldgruber im Jahr 1616 ausgeführt.

 

 

 

 

 

Wie die eindrucksvolle Figur der Justitia im Stiegenhaus des Wiener Justizpalastes stammt jene auf dem Salzburger Justizgebäude von Emmanuel Pendl. Die Justitia steht in der Attikazone des Justizgebäudes vor ihrem Richterstuhl, trägt römische Kleider, eine Toga und einen über der rechten Schulter zusammengehaltenen Mantel. Das Schuhwerk wird von den Falten der Toga verdeckt. Der rechte Arm trägt stolz erhoben das Schwert, während die linke Hand die geöffneten Seiten eines aufrecht stehenden Folianten hält. Der Kopf ist leicht nach links gewendet, als würde sie auf das alte Stadtzentrum blicken und sagen:"Hier ist die Gerechtigkeit zu Hause."

Die beiden in Nischen zwischen den großen Fenstern des ersten Stockes starr stehenden weiblichen Figuren weisen die Attribute Spiegel und Flammen auf. Es handelt sich wohl um die Personifikation von Wahrheit und Klugheit. Diese Plastiken blicken gerade vor sich hin und können so nicht die Illusion des Dialoges mit den Passanten aufrecht erhalten.

 

 

 

 

Weitere Darstellungen der Justitia sind in Salzburg im von Arsenio Mascagni bemalten Festsaal des Schlosses Hellbrunn, als gemalte Nischenfigur Hans Bocksbergers d.Ä. im Schloß Freisaal (1558), als Stuckrelief in der Gabrielskapelle aus der Zeit Wolf Dietrichs und im Saal der Tugenden im Neugebäude (Glockenspiel) zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zum Seitenanfang